Im März im Süden offene Campingplätze zu finden ist nicht ganz einfach. Schlussendlich sind wir in Languedoc fündig geworden und stehen nun bei Narbonne. Die Stadt wurde ca. 200 v. Chr. gegründet und hat eine bewegte Vergangenheit. Eine alte Römerstrasse wurde freigelegt und ist begehbar, aber die Kathedrale wurde nie ganz fertig gestellt in all den Jahren. Die Kunstausstellung im Palais-Musée des Archevêques ist frei zugänglich und absolut sehenswert. Am Canale de la Robine liegen einige Hausboote vertäut. Viele Strassenbeizen laden zum verweilen ein, wenn nur der Tramontana Wind nicht so blasen würde. In der grossen Markthalle herrscht ein dichtes Gedränge zwischen den vielen Ständen mit verlockenden Angeboten. Und ja, der lokale Wein mundet ausgezeichnet.
Per Bike nach Gruissan geht ganz ring, ein kräftiger Rückenwind bläst uns förmlich hin. Zwischendurch legen wir eine kurze Pause ein um die Flamingos zu beobachten. In Gruissan ist Markt, Carola beschwert ihren Rucksack mit Käse, ich mit Wein. Danach geht's noch schneller nach Gruissan Plage. Der breite Strand ist abgesehen von ein paar Hündelern leer, gut zu verstehen bei diesem Wind. Die Häuser stehen auf Stelzen um ein allfälliges Hochwasser unbeschadet zu überstehen. Schon der Rückweg nach Gruissan im Gegenwind ist ein wahrer Kraftakt. Hier stärken wir uns zuerst einmal mit diversen Früchten aus dem Meer und lokalen Getränken. Frisch gestärkt besichtigen wir die nahe gelegenen Salzfelder. Und da wir schon da sind erweitern wir unser Tüürli durch herrliche Landschaften der Halbinsel und quälen uns dann gegen den Tramuntana zurück. Die nun doch schon lange Bikeabwesenheit rächt sich, unsere Ärsche schmerzen.
Wir haben eine Bikeroute gefunden in der Kategorie "schwarz", zwischendurch ist absteigen ist empfohlen. Das müssen wir testen. Die Gegend ist schön, aber die Massstäbe bezüglich Schwierigkeitsgrad sind nicht gerade wie zu Hause, geschweige denn Tessinerisch. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen ist das Tüürli ein Genuss. Durch steinige Reb-Parzellen, vorbei an Felsen die an den Jura erinnern, dazwischen ein Stopp für die Blumen, mal ein schöner Singletrail, mal auf breitem schottrigen Untergrund biken wir durch die Gegend. Der Trail ist übrigens super markiert. Danach stärken wir uns wieder mit den lokalen Spezialitäten und schauen einem Boule-Turnier zu.
Wir verschieben uns auch zum Campingplatz Nähe Sigean, direkt oberhalb vom Safaripark. Wow, vor dem Camper sitzend sehen wir direkt unter unsrem Platz Antilopen, Zebras, Strausse und ein Dromedar.
Wir machen Safari. Den Park kann man auf zwei Arten besuchen, quer durch mit dem eigenen Wagen und zu Fuss, wir haben Zeit und machen beides. Mit dem Camper fahren wir durch Buschlandschaften und Savannen mit ihren Bewohnern, vorbei an Bären und Löwen, von ihnen einzig getrennt durch unseren Wagen. Da kommt wahrlich Safarifeeling auf. Und beim Picknicken beobachten wir Zebras beim Picknicken.
Es schiffet, wir machen uns langsam auf den Rückweg und legen einen Zwischenhalt bei mittlerweile trockenem Wetter bei diesem imposanten Bauwerk aus dem 1. Jh. n. Chr. ein. Die Römer haben diese Brücke als Teil einer 50 km langen Wasserleitung gebaut. Im Sommer muss es hier nur so wimmeln von Besuchern, jetzt sind wir zwar nicht alleine, aber ein Enge-Gefühl kommt bei weitem nicht auf.
Weiter geht die Reise zur Ardèche, an einen naturbelassenen Stellplatz neben einer wunderbar über dem Fluss gelegenen Ortschaft.
Wir befahren am nächsten Tag die Panoramastrecke nach Vallon Pont d‘Arc. Zu dieser Jahreszeit ist scheinbar hier niemand unterwegs, kaum Verkehr. Und jeden Aussichtspunkt haben wir für uns alleine, mal abgesehen von Geissen. Und die Aussichten sind wirklich grandios!! Unterwegs beschliessen wir statt der Weiterreise hier noch einen Wandertag einzuschalten.
Heute führt unser Weg unten durch die Schlucht, per Pedes. Wunderschön, teilweise auch etwas kraxelnd gehts dem Wasser entlang. Zwischendurch bestaunen wir die eine oder andere Höhle. An einzelne Stellen ist der Pfad nass und mit Algen bedeckt, arschglatt, und prompt haut’s mich auf den Sack. Nach ca. der Hälfte der geplanten Wanderung muss man bäuchlings durch eine enge Höhle robben, leider liegt da drin auch eine gehörige Glungge. Ohne komplett nass und dreckig zu werden geht‘s nicht, dazu haben wir keine Lust und blasen zum Rückzug.
Nach der Wanderung fahren wir noch einige km zu unserem nächsten Übernachtungsplatz, wiederum eine interessante Ortschaft am Wasser.
Für die Heimreise streuen wir noch die Fahrt durch diese Schlucht ein, spannend.